Kocku von Stuckrad | ||||||
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Introduction
Religions in Antiquity
Early Modern and Modern Religions
Methodology
Einführung in die Religionswissenschaft Die Religionswissenschaft entwickelte sich als eigenständige Disziplin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zwar in enger Beziehung zur christlichen Theologie, zur Philologie und zum Studium außereuropäischer Kulturen, wie es in der Ethnologie, der Indologie etc. gepflegt wird. Aus dieser Fachgeschichte ergeben sich spezifische Fragen und Problemstellungen, die Gegenstand des Seminars sein werden. Die Einführungsveranstaltung möchte mit den Grundproblemen der Religionswissenschaft vertraut machen, indem einerseits systematische Fragen erörtert, andererseits wichtige Deutungsansätze der Forschungsgeschichte vorgestellt werden. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt des Seminars: Was ist eigentlich Religion? Was ist der Gegenstandsbereich unserer Disziplin? Was unterscheidet uns von anderen Disziplinen? Welche Auswirkungen haben Definitionen? Was wird einbezogen und was ausgeschlossen? Was passiert, wenn Religionsgeschichte erzählt wird? Ziel des Seminars ist weniger eine Abarbeitung „klassischer Ansätze der Religionswissenschaft“ als vielmehr eine kritische Sensibilisierung für die kulturwissenschaftliche Dimension von „Religion“ in der modernen Welt. Die „Klassiker“ helfen lediglich dabei, Chancen und Probleme verschiedener Deutungen zu erkennen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema soll durch die Einbeziehung verschiedener Medien, v.a. auch des Internet, und genügend Raum für Diskussionen ermöglicht werden. Die Diskussion um die Schriftrollen, die ab 1947 in den Höhlen von Chirbet Qumran am Toten Meer gefunden wurden, haben die Fachwelt bis heute nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Gemeinschaft (der jachad) von Qumran, deren Blütezeit von ca. 150 v.u.Z. bis 70 u.Z. reicht, entstammt einer zadokidischen, also priesterlich geprägten Tradition innerhalb des vielfältigen Spektrums antiker jüdischer Strömungen. Die aufgefundenen Dokumente - immerhin rund 1000 Jahre älter als alle zuvor bekannten Primärtexte - schenken uns einen einzigartigen Einblick in die geistige, religiöse und alltägliche Wirklichkeit jener Gruppe, die offensichtlich in einer akuten Endzeiterwartung durch radikale Frömmigkeit die Erlösung Israels vorzubereiten suchte. Die priesterliche Herkunft des jachad brachte es mit sich, dass Fragen der Kulttheologie, also der kosmischen Dimension des irdischen Kultes, in den Mittelpunkt drängen. In diesbezüglichen Meinungsverschiedenheiten - vor allem sichtbar am ausgeprägten Kalenderstreit im damaligen Judentum - ist auch ein wichtiger Grund zu sehen, warum sich die Qumran-Frommen vom Jerusalemer Tempelkult abesetzt hatten. In diesem Zusammenhang ist nicht nur der Kalender von Interesse, sondern auch die 'esoterischen' Texte aus Qumran wie die Engelliturgien, die Preisungen durch die Priester etc. Darüber hinaus legen magische und astrologische Texte Zeugnis davon ab, dass solche Disziplinen mit dem priesterlichen, aber auch dem gesamtjüdischen Diskurs jener Zeit kompatibel waren. Die Existenz der meisten biblischen Bücher in Qumran schließlich vermittelte der Kanonforschung aufregende neue Impulse, denn so wichtige Schriften wie die Tempelrolle enthalten eindeutig Torah, die aber in den masoretischen Text keinen Eingang fand. Im Seminar, das sich ausdrücklich
als Einführungskurs versteht, werden wir all diesen Fragen nachgehen,
wobei die (deutsche) Lektüre zentraler Schriften im Vordergrund steht.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet sodann die Einordnung der
Qumranschriften in die multireligiöse Wirklichkeit der Spätzeit des
Zweiten Tempels. Zwei Aspekte werden dabei im Einzelnen auszuloten sein:
einerseits die viel diskuterte Frage des iranischen (zoroastrischen)
Ursprungs einiger Theologumena in Qumran, andererseits die in den letzten
Jahren vielfach polemisch geführte Diskussion um das Verhältnis zwischen
'Qumran' und 'Jesus'. Einführung in die hellenistische Religionsgeschichte Die Religions- und Geistesgeschichte des antiken Griechenland hat wie kaum eine andere das abendländische Denken geprägt. Jüdische und christliche Gläubige definierten sich selber in enger Referenz zu ihr - sei es in scharfer Ablehnung des "Heidentums" oder in Form einer Assimilation, die bis zur Aufgabe eigener Traditionen reichen konnte. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die europäische Erforschung hellenistischer Religiosität immer auch Auffassungen von "Hellenismus" reflektierte, die für die Definition des eigenen geistigen Standortes relevant wurden. In der Romantik entwickelte sich griechische Geistigkeit zur zentralen Metapher, um das Unbehagen an der Moderne zum Ausdruck zu bringen. Im Bürgertum des späten 19. Jahrhunderts, aus dem die Religionswissenschaft erwachsen ist, schwingt die Auseinandersetzung mit der Gegenwart ebenfalls mit, wenn die griechische Antike als der Inbegriff humanistischer Bildung ihren Platz zurück erhält. Dies gilt es im Auge zu behalten, will man sich dem komplexen Thema der hellenistischen Religionsgeschichte nähern. Das Seminar, auch wenn es sich ausdrücklich als Einführungsveranstaltung versteht, macht deshalb nicht nur mit den spezifischen Charakteristika griechischer Religion vertraut, sondern möchte die TeilnehmerInnen auch für die Probleme sensibilisieren, die immer dann entstehen, wenn Religionsgeschichte erzählt wird.
Himmelsreisen in den antiken Religionen: historische und systematische Annäherung Die Himmelsreise und ihr Pendant, die Reise in die Unterwelt, stellen gemeinsam einen festen Bestandteil antiker Religionen dar. Die Jenseitsreise bildet in Ägypten ein Gravitationszentrum religiöser Theorie und Praxis. In Griechenland und Rom gab es sowohl die berühmten Unterweltfahrten der Mysterien und des Orpheus, als auch die Himmelsaufstiege im Mithraskult und in magischen Zeremonien. Diese sind teilweise im Zoroastrismus vorgebildet. Das Judentum kennt ein eigenes Genre der Himmelsreisen, nämlich die Hekhalot- und Märkabah-Mystik, in welcher der Adept als Repräsentant Israels in die himmlischen Höhen aufsteigt und den göttlichen Thronwagen schaut. Daneben zeigen die umfangreiche Henochliteratur und verschiedene so genannte Apokalypsen das große Interesse antiker Juden an Offenbarungen, die ausgewiesene Experten 'von oben' mitbringen. Im Christentum adaptierte vor allem die Gnosis die in Hermetik und Judentum ausformulierten Himmelsreisen, nun jedoch als individuelle Erlösung des Gläubigen gewendet und neuplatonisch transformiert. Doch auch die Unterweltfahrt Jesu mit anschließender Auferstehung gehört in die religiöse Matrix der Jenseitsreise. Jene religiöse Matrix wird im
Seminar aus zwei unterschiedlichen methodischen Perspektiven beleuchtet.
Einerseits geht es um die historische Aufhellung des Motivs, wie es aus
den verschiedenen Religionen in je eigener Weise und in je eigenem
zeitgeschichtlichem Kontext entgegentritt. Daneben soll ein systematischer
Vergleich angestrebt werden, der die Himmels- und Unterweltsreise als eine
mitgängig nachzuweisende Konstante antiker Religionen
problematisiert. Astrologie in Antike und Judentum Die Astrologie zählt zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Disziplinen der antiken Welt. Schon im Mesopotamien des 2. vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich eine Beobachtungs- und Deutungstradition, von der nachfolgende Generationen vor allem in Griechenland und Ägypten nachhaltigen Gebrauch machen konnten. In der römischen Kaiserzeit, die als Blütezeit der 'klassischen Astrologie' bezeichnet werden kann, fand die Kunst der Sterndeutung als ars mathematici ihren Weg bis in höchste politische Kreise hinein. Die Haltungen, welche man ihr dabei entgegenbrachte, reichten von großer Anerkennung bis hin zu Ablehnung und Verfolgung von Astrologen durch den kaiserlichen Hof. In der ambivalenten Haltung gegenüber der astrologischen Divination manifestiert sich ein ähnliches Phänomen wie im Hinblick auf die Magie. Im Seminar sollen diese Zusammenhänge erarbeitet werden, wobei auch die spezifischen Unterschiede zwischen Magie und Astrologie, die insbesondere in der wissenschaftlichen Reputation der Sternkunde zum Ausdruck kommen, aufgezeigt werden. Vor diesem Hintergrund soll sodann die besondere Haltung des Judentums zur Astrologie untersucht werden. Ausgehend von der biblischen Auseinandersetzung, über die astrologischen Dokumente der Gemeinde von Qumran, die 'zwischentestamentliche Literatur', bis hin zu den Haltungen der jüdischen Geschichsschreiber (Philo, Josephus Flavius) und der rabbinischen Diskussion entfaltet sich ein komplexes Bild, welches einfache Schlussfolgerungen, bis vor kurzem in der Forschung noch allgemein akzeptiert, als unangemessen erscheinen lässt. Das Seminar intendiert daher keine Klärung der Haltung des Judentums zur Astrologie, sondern eine Darstellung der internen Diskussionen, denn man gelangte in unterschiedlichen Kreisen bzw. aus verschiedenen pragmatischen Aspekten heraus zu teilweise entgegengesetzten Meinungen über die Bedeutung der Sternkunde.
Hermetica II: Westerse esoterie in de oudheid en de middeleeuwen
Deze cursus behandelt de wortels van hermetische en
esoterische tradities in de late oudheid en hun receptie en transformatie
in de middeleeuwen. Aan bod komen zowel de belangrijkste filosofische
bronnen (Platonisme, Middel- en Neoplatonisme, Stoïcisme) als de
religieuze stromingen die van cruciaal invloed waren voor de geschiedenis
van de westerse esoterie (hermetisme, gnostiek, Manicheïsme, theurgie).
Deze worden binnen joodse, christelijke en ‘paganistische’ contexten
geanalyseerd. Nadat het christendom staatsreligie in Rome werd en met de
opkomst van de islam als nieuwe religieuze factor veranderde ook de status
van esoterische vraagstellingen. Joodse mystiek en de sjiitische islam
figureerden als ‘dragers’ van hermetisme en esoterie; maar ook in het
christelijke Byzantium spelden Neoplatonisme, magie en astrologie als
middel om superieure kennis van de wereld te bereiken een vaak
onderschatte rol. Aan de hand van belangrijke thema’s en auteurs
(islamitisch ‘illuminisme’, sufisme, vroege joodse Kabbalah, christelijke
‘heresieën’) zal duidelijk worden dat de middeleeuwen inderdaad door
pluraliteit en uitwisselingsprocessen gekenmerkt waren, waarin de esoterie
een vast element is geweest. Schamanismus zwischen Tradition und moderner Esoterik Der Schamanismus gehört zu den frühesten religiösen Phänomenen der Menschheitsgeschichte. Nicht nur in den nordeurasischen Kulturkreisen - gemeinhin als die 'Heimat' des Schamanismus angesehen -, sondern auch in anderen Erdteilen und Gesellschaften lassen sich bis heute Spuren eines religiösen 'Spezialistentums' nachweisen, das seelische und körperliche Heilung mit bestimmten Techniken der Bewusstseinsveränderung verbindet. Dazu kommt, dass im Rahmen der zeitgenössischen Esoterik 'Schamanismus' einen beachtlichen Aufschwung genommen hat, in gewissem Sinne sogar zu den Kernbereichen heutiger Esoterik zu rechnen ist. Die Begrifflichkeiten ghen inzwischen bunt durcheinander, sodass eine religionswissenschaftliche Einordnung der unterschiedlichen Tendenzen dringend geboten erscheint. Im Seminar soll dabei besonders folgenden Fragen nachgegangen werden: Ist der sibirische Schamanismus als Standardmodell heute noch zu verwenden, obwohl es ihn in der 'echten' Form nicht mehr gibt? Reicht es, die schamanistischen Betätigungen innerhalb der Esoterik schlicht als Etikettenschwindel abzutun, oder brauchen wir eine Neudefinition des Phänomens Schamanismus? Können wir einen strukturellen Begriff des Schamanismus erarbeiten, der sowohl die historische Entwicklung berücksichtigt, als auch eine Übertragung auf andere religiöse Zusammenhänge ermöglicht - Stichwort 'Jesus der Schamane'? Um diese Fragen zu klären, soll von
einer gründlichen Sichtung des ethnologischen Materials vor allem
nordeurasischer Kulturen ausgegangen werden. Bei der Erklärung
schamanischer Praktiken werden sodann neben den religionsethnologischen
Ansätzen neuere Überlegungen der transpersonalen Psychologie eine
besondere Rolle spielen. Magie, Medizin und Astrologie im Diskurs der antiken Religionen Magie, Medizin und Astrologie bilden einen integralen Bestandteil der religiösen wie kulturellen Wirklichkeit der Antike. Diese Feststellung ist in WissenschaftlerInnenkreisen heute im Allgemeinen akzeptiert. Geht es jedoch um den Versuch, Magie von 'Zauberei', Medizin von 'Wunder' oder Astrologie von 'Aberglauben' abzugrenzen, so zeigen sich sehr bald erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ansätzen. In den letzten Jahren hat sich mehr und mehr die Einsicht durchgesetzt, dass eine solche strikte Trennung einzelner Disziplinen der religiösen Wirklichkeit der Antike in keiner Weise gerecht wird. Vielmehr ist zu konstatieren, dass es unsere modernen Entwürfe sind, die über die Zuordnung einer bestimmten Handlung zur 'Magie' oder zur 'Medizin' entscheiden. Diese methodischen Fragen sollen im Seminar erörtert werden, da sie auch grundlegende Positionen der Religionswissenschaft berühren. Unter Verwendung der antiken
Zeugnisse soll versucht werden, den damaligen Diskurs transparent zu
machen. Hierbei gilt es zunächst, sich einen Überblick über die Haltung
maßgeblicher römischer Kreise, nicht zuletzt auch der kaiserlichen
Rechtsprechung, zu verschaffen, um anschließend die jüdischen wie
christlichen Beiträge zu jenem Diskurs hinzuzuziehen. Dies geschieht für
das Judentum vor allem anhand der Zeugnisse aus Qumran, aramäischer
Zauber- und Beschwörungstexte (die fast immer medizinischen Zwecken
dienten) sowie der rabbinischen Diskussion. Im Hinblick auf das
Christentum soll von der Arbeit Bernd Kollmanns ausgegangen werden (1996);
darüber hinaus wird die Abwertung der Begriffe 'Astrologie' und 'Magie',
zuvor noch den artes und damit der Wissenschaft zugeordnet, und die
damit einher gehende christliche Zuordnung zur 'Häresie' anhand der
kaiserlichen Monopolisierung des Wissens (Fögen)
nachgezeichnet. Innerhalb der modernen esoterischen Szene nimmt der Schamanismus seit einiger Zeit einen herausragenden Platz ein. Dieser so genannte 'Neo-Schamanismus', von der anthropologischen Forschung gewöhnlich als dekadent links liegen gelassen, greift auf indigene Traditionen der Bewusstseinsveränderung, der Unterwelts- und Himmelsreise und der therapeutishen Arbeit der Schamanen zurück und passt sie den Bedingungen moderner westlicher Kulturen an. Das Seminar macht mit den
wichtigsten Strömungen des Neo-Schamanismus vertraut (Carlos Castaneda,
Michael Harner, Joan Halifax) und verortet sie im Kontext von
Transpersonaler Psychologie, Tiefenökologie und Esoterik. Zudem wird in
historischer Perspektive der Zusammenhang mit Konzepten der europäischen
Naturphilosophie und des Pantheismus aufgezeigt.
Geschichte der Esoterik im 20. Jahrhundert Entgegen verbreiteter Meinung
handelt es sich bei der Esoterik nicht um ein 'Geheimwissen', sondern um
eine spezifische Denkform, welche die abendländische Geistesgeschichte
maßgeblich bestimmte. Das Seminar beleuchtet die Esoterik in ihrer
Geschichte seit 1875, als mit der Gründung der Theosophischen Gesellschaft
ein wichtiger Einschnitt verbunden war. Neben einer systematischen
Betrachtung der esoterischen Weltdeutung wird die Ausdifferenzierung
esoterischer Gruppen im Zuge des bisweilen 'New Age' genannten Komplexes
im Mittelpunkt des Interesses stehen. Ziel des Seminars ist ein fundierter
Überblick über gegenwärtige Formen von Religiosität im esoterischen
Spektrum. Dabei können nach Absprache mit den TeilnehmerInnen
unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Geschichte der abendländischen Esoterik, Teil I: Von der Antike bis zur Renaissance Esoterisches Denken ist ein zentraler Grundpfeiler abendländischer Religions- und Geistesgeschichte. Angefangen mit der antiken Hermetik und Gnosis, die vor allem neuplatonische Philosophie adaptierte, führte der Weg der Esoterik über das Mittelalter zu ihrer neuerlichen zentralen Stellung während der Renaissance und frühen Neuzeit. Dieser Weg soll im ersten Teil des
Seminars, das auf zwei Semester angelegt ist, detailliert nachvollzogen
werden, und zwar zunächst unter systematischen Aspekten, nämlich der
Frage, was Esoterik in religionswissenschaftlicher Perspektive
auszeichnet, sodann über das Studium einschlägiger Texte. Behandelt werden
die so genannten hermetischen Texte aus Nag Hammadi, die gnostische
Literatur der Spätantike sowie astrologische, alchemistische und magische
Dokumente des frühen Mittelalters. Renaissance-Autoren wie Marsilio
Ficino, Jakob Böhme, Giordano Bruno und Agrippa von Nettesheim schließen
den Überblick ab und leiten zugleich über zum zweiten Teil, der die
Geschichte der Esoterik bis zur Moderne beleuchtet.
Geschichte der abendländischen Esoterik, Teil II: Von der Renaissance bis zur Moderne Der zweite Teil des Seminars
beleuchtet die Weiterentwicklung esoterischer Traditionen von ihrer
Neubestimmung in der Renaissance an bis in die Moderne hinein.
Schwerpunkte der inhaltlichen Auseinandersetzung werden dabei die jüdische
Kabbala und ihre christliche Transformation sein, theosophisch-mystische
Diskurse im Erbe von Jakob Böhme, die historische Entwicklung der sog.
Geheimbünde - Rosenkreuzer, Freimaurer, Illuminaten etc. - und damit
zusammenhängende Fortführungen astrologischer, alchemistischer und
magischer Semantiken. Den zeitlichen Abschluss des Seminars markiert die
Gründung der Theosophischen Gesellschaft im Jahre 1875 und der Übergang
ins 20. Jahrhundert. Der moderne westliche Schamanismus: Kulturgeschichtliche Verortungen (Vorlesung & Übung) Im Zuge des so genannten „New Age“
ist es zu einer intensiven Beschäftigung westlicher Menschen mit indigenen
Traditionen des Schamanismus gekommen. Bemerkenswert ist dabei, dass die
wichtigsten Protagonisten der Szene – Carlos Castaneda, Michael Harner
u.a. – einem ethnologischen Milieu entstammen, wir es also beim modernen
westlichen Schamanismus mit einer Popularisierung akademischer
Wissensbestände zu tun haben. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die
gegenwärtige Szene, wobei ein Fokus auf die „Foundation for Shamanic
Studies“ gelegt wird (dabei kommen auch Auseinandersetzung zwischen
„Native Americans“ und „Neo-Schamanen“ zur Sprache). Die Faszination für
den Schamanen als religiöser Spezialist wird sodann in eine längere
euro-amerikanische Tradition eingeordnet, und zwar anhand der
Konstruktionen von „Natur“ und „Seele“. Es
soll herausgearbeitet werden, dass das Phänomen „Neo-Schamanismus“ nicht
mit Begriffen wie „Verwestlichung“, „Hybrid-Schamanismus“,
„Kommerzialisierung“ oder Dekadenztheorien erklärt werden kann, sondern
dass es eine Konsequenz der Dialektik der Aufklärung ist, die sich
zugleich als eine enge Verflechtung zwischen der Religionswissenschaft und
ihrem Gegenstand zu erkennen gibt. Zeitgenössische Astrologie in historischer Perspektive Die Astrologie ist eine der
Zentraldisziplinen esoterischer Weltdeutung, die die europäische
Religions- und Kulturgeschichte seit der Antike stark beeinflusst hat. Das
Seminar macht mit Grundlagen astrologischer Systematik vertraut, wobei der
Schwerpunkt auf den wichtigsten astrologischen Schulen des 20.
Jahrhunderts liegt, namentlich der Psychologischen Astrologie, die sich im
Anschluss an C. G. Jung und Thomas Ring entwickelt hat. Es soll die
Geschichte der modernen Astrologie erarbeitet werden, die um 1900 von
Großbritannien nach Deutschland v.a. über die Vermittlung der
Theosophischen Gesellschaft gelangte. Um
Diskussionszusammenhänge wie Kausalität, Willensfreiheit, Wissenschaft,
Magie, Medizin etc. einordnen zu können, sollen darüber hinaus auch einige
ausgewählte Beiträge aus Antike und Neuzeit behandelt werden.
Grundzüge der jüdischen Mystik Die Mystik spielt im Judentum spätestens seit dem Hochmittelalter eine bedeutende Rolle. Waren schon seit der Antike und dann auch im rabbinischen Denken platonisierende Bibelinterpretationen, die den „geheimen Sinn“ der Schrift zu ergründen suchten oder auch mystisch-magische Szenarien des Aufstiegs in den Himmel und der Schau des göttlichen Thronwagens ein durchaus gängiges Thema, so erlebte das Judentum mit der Kabbalah, die sich seit dem 12. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete, einen enormen Aufschwung mystischen Denkens, das zu einer ernsthaften Konkurrenz für das rabbinische Judentum wurde. Nach einer Erarbeitung grundlegender Elemente jüdisch-mystischer Hermeneutik und einem Überblick über spätantike und mittelalterliche Ausprägungen wird das Seminar ausführlich die frühe Kabbalah (Josef Gikatilla), den Haupttext der Kabbalah (den Zohar) und die Schule Isaak Lurias behandeln. Die Kabbalah soll in ihrem kulturellen Zusammenhang mit der europäischen Geistesgeschichte betrachtet werden, denn heilsgeschichtliche Modelle beinhalteten stets auch eine Deutung der sozialen und politischen Gegenwart. Deshalb werden wir abschließend einen Blick auf die Rezeption jüdischer Kabbalah in christlichen Kontexten der europäischen Neuzeit werfen, die in eigener Weise solche Konzepte in Esoterik, Literatur, Philosophie und Kunst verarbeitete.
Europäische Religionsgeschichte III: Frühe Neuzeit (Vorlesung) Die Vorlesung gibt einen Überblick über
religiöse Entwicklungen in Europa in der Zeit von der „Entdeckung“
Amerikas bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Unterschied zu
theologisch-kirchengeschichtlichen Fragestellungen geht sie vom Paradigma
eines pluralen religiösen Feldes in Europa aus, auf dem
christlich-normatisierende Tendenzen mit vielfältigen religiösen
Alternativen und kontrastierenden Referenzsystemen interagierten. Dazu
gehört die Entstehung und Präsenz nicht-kirchlicher religiöser Bewegungen
seit der Reformationszeit, die Auseinandersetzung zwischen europäischem
Christentum und nicht-christlichen Religionen (auch in den Missions- und
Kolonialgebieten), die Fortführung und Rezeption antiker Polytheismen in
der europäischen Kultur und die Entstehung religionskritischer Strömungen
in der Aufklärung. Auf diese Weise – und indem sie die Rede vom
„christlichen Abendland“ untergräbt – vermittelt die Vorlesung einen
Zugang zur Vorgeschichte der vielfältigen religiösen Erscheinungen, die
für die Religionsgeschichte des 20. Jahrhunderts prägend waren.
Neo-Paganismus und „Neue Hexen“ – ein religionswissenschaftlicher Überblick Unter Neo-Paganismus – bisweilen auch
„Neues Heidentum“ genannt – versteht man eine überaus disparate religiöse
Szene, die sich im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts in Nordamerika und
Europa entwickelt hat. Das Seminar versucht einen
religionswissenschaftlichen Einblick in diese Szene zu vermitteln, und
zwar sowohl systematisch (indem gemeinsame Charakteristika der
unterschiedlichen Gruppen beschrieben werden) als auch historisch (indem
die wichtigsten Linien seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts
dargestellt werden). Ferner soll geprüft werden, inwieweit es sich hier
tatsächlich um etwas „Neues“ handelt oder ob möglicherweise historische
Kontinuitäten bestehen.
Religion und Ökologie: Radikale Umweltschützer in Nordamerika und Europa Der Umweltschutzgedanke, der in seiner
modernen Form im neunzehnten Jahrhundert entstanden ist, geht zu einem
großen Teil auf religiöse Konstruktionen der Natur zurück. Ob
pantheistische oder animistische Vorstellungen die Natur insgesamt als
heilig konzipierten, ob die Idee vom Garten Eden auf die Schaffung von
Nationalparks angewandt wurde oder ob die sog. Tiefenökologie sich als
eine Verbindung von philosophischer Handlungsethik und ökologischen
Vernetzungsmodellen begreift – immer stehen religiöse Optionen im
Hintergrund, wenn es um den aktiven Schutz der Umwelt geht. Ausgehend von der hohen Bedeutung der
Natur im Denken der amerikanischen Transzendentalisten des neunzehnten
Jahrhunderts (R. W. Emerson, H. D. Thoreau), aus der die
Nationalparksbewegung der USA hervor ging (J. Muir, A. Leopold),
beschäftigt sich das Seminar mit den religiösen Überzeugungen radikaler
amerikanischer Umweltschützer, vor allem der (bisweilen als terroristisch
bezeichneten) Earth First!-Bewegung und Greenpeace. Im zweiten Teil geht
es um die europäische Umweltschutzbewegung, die einerseits solche Gedanken
aufgriff, andererseits eine eigene historische Entwicklung durchmachte,
etwa in der Entstehung der Grünen aus dem bürgerlichen Milieu des frühen
zwanzigsten Jahrhunderts.
Apokalyptische Strömungen im Judentum nach 1945 Im Judentum spielte die
heilsgeschichtliche Interpretation historischer Ereignisse stets eine
große Rolle. Besonders an Katastrophen wie der Vertreibung aus Spanien
(1492) oder der Schoah entzündeten sich religiöse Spekulationen, die
solche Ereignisse heilsgeschichtlich zu interpretieren suchten. Das
Seminar beschäftigt sich mit der qualitativen Deutung von Zeit am Beispiel
apokalyptisch orientierter Strömungen im Judentum seit 1945. Der Zugang zu
diesem komplexen Feld erfolgt aus zwei Richtungen: Einerseits
innerjüdisch, indem aufgezeigt wird, dass die „Heilszeit“ im Judentum
nicht etwas ist, das der „Messias“ irgendwann bringen wird (ein Paradigma,
das im Christentum vorherrscht), sondern dass es die Aufgabe der Gemeinde
Israels ist, der Heilszeit gleichsam den Weg zu bereiten. Am Beispiel von
radikalen Gruppierungen wie Gush Emmunim („Block der Getreuen“) lässt sich
zeigen, dass entschlossenes politisches Handeln in einem direkten
Zusammenhang mit heilsgeschichtlichen Spekulationen steht.
Renaissance Esotericism I: Jewish and Christian Kabbalah The kabbalah (Hebrew for “tradition” or “transmission”) is a cornerstone of early modern esotericism. Emerging from a 12th-century Neoplatonic Jewish context, this mystical tradition influenced not only large parts of European Jewry but also—through the writings of Pico della Mirandola, Johannes Reuchlin, Knorr von Rosenroth, and others—the majority of Christian esoteric authors. The processes of transformation and interaction, as well as the rhetorics involved in them, are the issue of this course. The doctrines of Hekhalot mysticism and Jewish kabbalah, in particular the Zohar and Lurianic writings, will be studied and contextualized, comparing them with their important Christian adaptations. Furthermore, the impact of kabbalistic thought on 18th- and 19th-century philosophy and literature will be addressed. Renaissance Esotericism II: Religious Pluralism and Esoteric Discourse Quite against a common assumption, European history of religion is not the history of Christianity and its confessional denominations. The history of esotericism is particularly well suited to show the interaction and the transfer of semantics between the Jewish, Muslim, and Christian traditions. Furthermore, late-antique Neoplatonism, Hermeticism, and polytheistic traditions have been a strong element of early modern religious discourse. In this course, we will discuss theoretical approaches to religious pluralism and apply these to esoteric currents from the fifteenth through the seventeenth centuries. Important representatives of that time will be studied who stand on the interface of different religious traditions and different cultural domains, such as science, religion, alchemy, philosophy, philology, and politics. Renaissance Esotericism II: Secrets of Nature ‘Nature’ forms a crucial element of
esoteric discourses in medieval and Renaissance Europe. This class looks
at how nature was regarded as a source of ultimate knowledge that can be
engaged in various ways, through philosophical, hermeneutical,
philological, experiential, and scientific means. By scrutinizing the
attempts at unveiling the secrets of nature, it becomes clear that the
conceptualization, as well as the appropriation of nature is directly
linked to certain mindsets that are informed by metaphysical and
theological assumptions. Among these interpretational frameworks are the
ideas of a natura naturans (the creative potential of nature), of
natura lapsa (nature as ‘fallen’), or the notion of economia
naturae (nature as a meaningful and well ordered economy). Occult Trajectories II: Magic in Twentieth-Century Europe and North America Magic forms an important element of post-Enlightenment esoteric currents. This course gives an historical overview of the major currents of magical discourse in nienteenth- and twentieth-century esotericism and discusses them in the context of academic theories on magic and religion. After having looked at the institutionalization processes of ritual magic at the turn of the twentieth century - magical orders, particularly influenced by theosophical societies, Freemasonry, and Rosicrucian circles -, in which the "Hermetic Order of the Golden Dawn" and the "Ordo Templi Orientis" play a significant role, the course will focus on Aleister Crowley and the magic of "Thelema" that he developed during the first decades of the twentieth century. Subsequently, Crowley's impact on the emerging field of Wicca religion will be scrutinized. To understand the transformation of ritual magic into a Goddess-oriented pagan religion, it is decisive to take both the biographies of founding figures such as Gerald Gardner and Alex and Maxine Sanders and the construction of an "old European goddess religion" into account, which was fostered by academics such as Margaret Murray and practitioners such as Dion Fortune in the first half of the twentieth century. The course's program and reading list will be downloadable four weeks before the start of the course from http://www.amsterdamhermetica.com/ (section "Current Students"). Participants are requested to buy the book by Ronald Hutton: "The Triumph of the Moon: A History of Modern Pagan Witchcraft", Oxford University Press 1999.
Hermetica I: Inleiding Westerse Esoterie (with Wouter J. Hanegraaff and Marco Pasi) De module heeft tot doel, een inleidend overzicht te verschaffen tot het vakgebied Westerse esoterie, en zo een basis te leggen voor eventueel vervolgonderwijs binnen de Bachelor (Hermetica II, III, IV) en de Master (Trajectory “Mysticism and Western Esotericism” binnen de Master Religious Studies). In de vorm van hoorcolleges wordt een aantal centrale thematische onderwerpen uit de Westerse esoterie aan de orde gesteld, zoals die zich historisch hebben gemanifesteerd binnen historische stromingen als gnostiek, hermetisme, astrologie, alchemie, magie, prisca theologia, occulta philosophia, Joodse en Christelijke kabbala, paracelsisme, rozenkruisers, Christelijke theosofie, vrijmetselarij, illuminisme, occultisme, spiritisme, moderne theosofie, en New Age. Hierbij wordt tevens ingegaan op een aantal centrale theoretische, methodologische en terminologische problemen van het vakgebied. Parallel aan ieder hoorcollege moet enige secundaire literatuur worden bestudeerd.
Westerse Esoterie in de vroeg-moderne periode (Western Esotericism in the Early Modern Period) Deze cursus gaat dieper in op de geschiedenis van de Westerse esoterie in de vroegmoderne periode (vijftiende-achttiende eeuw) door middel van close reading van representatieve primaire bronnen (waar nodig in vertaling) en discussie van een selectie van secundaire bronnen. Het gedachtegoed in kwestie wordt getraceerd binnen Joodse, Christelijke, Islamitische, en "pagane" en Hermetische tradities, met als methodologisch uitgangspunt de gedachte dat vroeg-moderne esoterie slechts kan worden begrepen vanuit een bredere culturele en sociale context met aandacht voor de problematiek van religieuze pluraliteit. Een werkbezoek aan de Bibliotheca Philosophica Hermetica maakt onderdeel uit van het programma. De literatuurlijst en het programma zijn vanaf een maand voor aanvang van de module te downloaden op http://www.amsterdamhermetica.nl/ (sectie "Current Students: Current BA Courses).
Westerse esoterie in de oudheid en de middeleeuwen Deze cursus behandelt de wortels van
hermetische en esoterische tradities in de late oudheid en hun receptie en
transformatie in de middeleeuwen. Aan bod komen zowel de belangrijkste
filosofische bronnen (Platonisme, Middel- en Neoplatonisme, Stoïcisme) als
de religieuze stromingen die van cruciaal invloed waren voor de
geschiedenis van de westerse esoterie (hermetisme, gnostiek, Manicheïsme,
theurgie). Deze worden binnen joodse, christelijke en 'paganistische'
contexten geanalyseerd. Nadat het christendom staatsreligie in Rome werd
en met de opkomst van de islam als nieuwe religieuze factor veranderde ook
de status van esoterische vraagstellingen. Joodse mystiek en de sjiitische
islam figureerden als 'dragers' van hermetisme en esoterie; maar ook in
het christelijke Byzantium speelden Neoplatonisme, magie en astrologie als
middel om superieure kennis van de wereld te bereiken een vaak
onderschatte rol. Aan de hand van belangrijke thema's en auteurs
(islamitisch 'illuminisme', sufisme, vroege joodse Kabbalah, christelijke
'heresieën') zal duidelijk worden dat de middeleeuwen door pluraliteit en
uitwisselingsprocessen gekenmerkt waren, waarin de esoterie een vast
element is geweest. Introductie religiestudies (Introduction to the Study of Religion) De religiewetenschap ontstond als een onafhankelijke discipline in de negentiende eeuw in verband met de filologie, de christelijke theologie en een belangstelling voor buiten-Europese culturen. De geschiedenis van het vak levert bepaalde vraagstukken en problemen op die het onderwerp zijn van deze cursus. Als een introductie tot de terminologie en de methodiek van de religiewetenschap zullen de volgende vragen centraal staan: Wat betekent 'religie" eigenlijk? Wat is het onderwerp van onze discipline? Welke gevolgen hebben definities? Wat gebeurt bij het vertellen van godsdienstgeschiedenis? Hoe ontstaan religieuze identiteiten? Hoe is de relatie tussen religie en de publieke sfeer? Antwoorden worden besproken in verband met cultuurwetenschappelijke benaderingen en theorien, zoals postcolonial studies, gender studies, en de studie van visual culture. De nadruk zal liggen op religies in de hedendaagse cultuur en de opkomst van seculiere wereldbeelden in het westen. Ter aanvulling van deze module is een werkgroep gepland waarin studenten zich vertrouwd kunnen maken met de geschiedenis van de grote religieuze tradities.
Religionsbegegnungen im Römischen Reich: Alltagsreligion, lokale Religionsformen und "Synkretismus" Die antike Religionsgeschichte ist von einer einzigartigen Vielfalt unterschiedlicher Traditionen geprägt, die im Römischen Reich in je eigener Weise den gesellschaftlichen und religiösen Diskurs bestimmten. Die wissenschaftliche Forschung prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts dafür den Begriff 'Synkretismus', der im Laufe der zeit indes wegen seines christlich-theologischen Vorverständnisses einer gründlichen Kritik unterzogen wurde. Heute spricht man lieber von 'Dialog' oder 'Begegnung', um die faszinierende Vernetzung religiöser Traditionen im gesellschaftlichen Kontext zu verorten. Anhand ausgewählter Aspekte antiker
Religionsgeschichte - römische und ägyptische Religion, Mithraskult,
Judentum, Christentum - soll die Begegnung und Konfrontation verschiedener
Traditionen nachgezeichnet werden. Dies geschieht im Hinblick auf eine
Problematisierung überkommener Abgrenzungen, die den Bereich der 'gelebten
Religion' zu Gunsten der 'verordneten Religion' stark vernachlässigten.
Diese Akzentuierung bringt es mit sich, dass Aspekte lokaler
Religionsgeschichte gegenüber verallgemeinernden Erklärungsmustern
deutlich aufgewertet werden - ein Umstand, der in seiner methodischen
Bedeutung für die Religionswissenschaft kaum überschätzt werden
kann. Historische Sinnbildung: Aktuelle sozialwissenschaftliche Diskussionen In den letzten 20 Jahren entfaltete sich innerhalb der sozialwissenschaftlichen Disziplinen eine rege Diskussion über die Frage, inwieweit die Rekonstruktion von Geschichte notwendig konstruktivistische Elemente in sich trägt, indem die Vergegenwärtigung von Vergangenheit nur verstanden werden kann vor dem Hintergrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurse. Vergangenheit zu rekapitulieren bedeutet stets, sie auf ihren Sinn für die Gegenwart hin zu befragen, sie damit zu instrumentalisieren und für die Legitimation von Zukunftsmodellen einzusetzen. Historischer Sinn gerinnt deshalb in den drei Komponenten Erfahrung, Deutung und Orientierung (Rüsen). Beim Schreiben von Geschichte vollzieht sich somit der Versuch, zwei Kategorien, die Reinhart Koselleck 'Erfahrungsraum' und 'Erwartungshorizont' genannt hat, ineinander konvergieren zu lassen. Es stellt sich hierbei die Frage, ob man das konstruktivistische Element der historischen Erzählung so hoch zu bewerten hat, dass die wissenschaftliche Grundlage der gesamten Disziplin in Frage gestellt ist. Oder gibt es Möglichkeiten, trotz der kontingenten oder subjektiven Momente historischer Sinnbildung zwischen haltbaren und unhaltbaren Konstruktionen zu unterscheiden? Im Seminar werden wir diesen Fragen detailliert nachgehen und dabei zugleich auf die große Nähe zu sprechen kommen, welche zwischen Geschichtsschreibung und Geschichtsphilosophie zu sehen ist (White, Nagl-Docekal). Ein weiteres zentrales Anliegen besteht in der Übertragung der Erkenntnisse auf die spezielleren Fragestellungen der Religionswissenschaft. Dort sind die zu Grunde liegenden Probleme bislang nur ansatzweise reflektiert worden, nicht zuletzt angestoßen durch die These Clifford Geertz', die interpretierende Sozialwissenschaft sei im Grunde eine literarische Fiktion. Das narrative Element in der Religionsgeschichtsschreibung ist nur selten eingestanden worden, weil man befürchtet, damit dem Relativismus Tür und Tor zu öffnen. Demgegenüber ließe sich fragen, ob die interessanten Dimensionen dieser Diskussion nicht erst aufgedeckt werden, nachdem die Suche nach unhintergehbarer Objektivität als obsolet zurückgelassen wurde (Rorty). Indem wir zentrale Texte diskutieren und unter Rekapitulation der philosophiegeschichtlichen Hintergründe der Debatte wollen wir ein Konzept erarbeiten, das sowohl das konstruktivistische Element berücksichtigt, als auch Kriterien liefert für die Beurteilung und Gültigkeit historischer Konstruktionen. Dabei spielt die Idee der Konvergenz verschiedener Bestandteile historischer Sinnbildung - Quellenlage, Textkritik, gegenwärtige Diskurse, subjektive Interessen etc. - eine herausragende Rolle.
Key Publications in Religious Studies This module has a double task: On the one hand, it is a platform for students to practice and train their skills of presentation, performance, and discussion. On the other hand, through close reading and discussion of seminal contributions to the academic study of religions students arrive at a better understanding of the specific problematics and debates of this discipline. The reading material will have a special focus on contemporary critical theory and new approaches to the study of religion. These approaches will be discussed in relation to the students' ongoing research. Religiestudies: Methodieken en thema's De
religiewetenschap ontstond als een onafhankelijke discipline in de
negentiende eeuw, in verband met de filologie, de christelijke theologie
en een belangstelling voor buiten-Europese culturen. De geschiedenis van
het vak levert bepaalde vraagstukken en problemen op die het onderwerp
zijn van deze cursus. Als een introductie tot de terminologie en de
methodiek van de religiewetenschap zullen de volgende vragen centraal
staan: Wat betekent "religie" eigenlijk? Wat is het onderwerp van
religiestudies? Welke gevolgen hebben definities van religie? Hoe ontstaan
religieuze identiteiten? Hoe is de relatie tussen religie en de publieke
sfeer? Antwoorden worden besproken in verband met cultuurwetenschappelijke
benaderingen en theorieën, zoals postcolonial studies, gender
studies en discourstheorieën. De nadruk zal liggen op religies in de
hedendaagse cultuur en de rol van religie in de westerse samenleving. Religious Pluralism in Europe (with Rob Pauls)
From the beginning, European history of
religion has been characterized by a two-fold pluralism: First, religious
pluralism – both between religious traditions and within these traditions
– has fostered identities by constructing an opposing ‘other’; second,
there is a pluralism of cultures of knowledge and societal systems (such
as religion, science, philosophy, politics, law, art, literature,
economics, etc.). To understand the complex role of religion in European
discourse, it is essential to look at the mutual dependence and
interaction between these cultural systems and the dynamic transfers from
one to the other. This interdisciplinary class engages recent research
into the pluralistic dynamics of European history of religion. Rather than
describing the history of religions in Europe, it focuses on the junctures
and interferences between religion and culture in Europe, looking at the
formation of present-day Europe in a long process of differentiation and
transmission. Special attention will be given to the interaction among
religious traditions in Europe (mainly Christianity, Judaism, and Islam)
as well as to the reception of non-European religions since the eighteenth
century. Jewish and Christian Origins (with Caroline vander Stichele and Jan Willem van Henten) In this course, the way both Jewish and Christian origins have been constructed through processes of canonization and legitimization will be analyzed. Questions that will be discussed, include: What counts as 'origin' and who determines this? Wat is the relation between canonization, group formation, and the construction of identities? The course will have a double, literary-historical focus: on the ancient sources that fostered the formation of Jewish and Christian identities respectively, and on the later selection and interpretation of these sources by both orthodox and heterodox groups within Judaism and Christianity. To that end, both canonical and extra-canonical source texts will be studied and situated in their respective historical contexts. A selection of secondary literature reflecting on these sources will provide students with the necessary theoretical background.
Geschiedenis van de godsdienstwetenschap (History of the Study of Religion) De religiewetenschap ontstond als een onafhankelijke discipline in de negentiende eeuw, in verband met de taalkunde, de christelijke theologie en een belangstelling voor buiten-Europese culturen. Het college geeft een inleiding tot de belangrijkste etappen en vraagstellingen van de bestudering van ‘religie’. Er wordt aandacht besteed aan het verlichtingsdenken, het evolutionisme, de godsdienstsociologie, de godsdienstfenomenologie en de godsdienstantropologie.
Religion and the Natural Sciences: Conflict, Harmony, Interference
Religion and the natural sciences have
often been presented as rivals and competitors; others have argued the
opposite and said that it was Protestantism that ultimately made possible
the scientific revolution; others have focused on the ‘compensating power’
of science in a ‘disenchanted’ world; yet another approach looks at the
‘interferences’ between the scientific and the religious systems. This
class explores the various ways of configuring religion and science since
the seventeenth century. In addition, and particularly, attention will be
given to recent developments and debates: evolutionism, creationism, the
transition from a paradigm of deterministic physics to a paradigm of
ecological thinking, and the emergence of the ‘life sciences’. Modern
science will be approached as a philosophy of nature that carries with it
religious implications. Oriëntatie op de oude godsdiensten In dit college zullen we de hoofdlijnen van de Griekse en Romeinse godsdiensten behandelen met speciale aandacht voor de pluralistische religieuze situatie in de oudheid. We zullen daarbij focussen op thema’s als wijsbegeerte en religie, mythe, goden, rituele praktijk en de rol van religie in de publieke ruimte.
New Age religie in historisch perspectief (New Age Religion in Historical Perspective) In dit college zullen we eerst aandacht schenken aan meer algemene kenmerken van wat in de religiewetenschap als ‘New Age’ of ‘moderne esoterie’ wordt aangetoond. Vervolgens zullen wij concrete uitingen van de New Age religie in een historisch kader plaatsen. Daarbij richten we ons onder meer op channeling, astrologie, moderne hekserij (Wicca) en het neo-sjamanisme.
Religion and Culture: Key Issues in the Study of Religion (with Arie L. Molendijk) Today, most scholars conceptualize ‘religion’ primarily as a cultural phenomenon, using insights, methods and theories that are also applied in cultural studies. This module explores some of the key issues and texts in the rise of the academic study of religion. Students encounter pioneering ideas that have influenced the development of both theology and religious studies, will become acquainted with key figures that shaped these ideas, analyse influential texts and discuss issues posed by the introduction of new concepts and methods. Among the topics explored are (1) the emergence of a new concept of religion as a response to Enlightenment philosophy (Friedrich Scheiermacher); (2) the introduction of the historical approach in theology (Ernst Troeltsch); (3) the discussion about the concept of religion in modern anthropology (Clifford Geertz & Talal Asad); (4) and new structuralist and discursive approaches to religion (Pierre Bourdieu & Michel Foucault). Antieke mythologieën in het moderne denken (Ancient Mythologies in Modern Thought)
De mythologieën van de
oudheid, zowel afkomstig uit de joodse en christelijke tradities als ook
van de Griekse, Romeinse en de Egyptische religies, spelen een belangrijke
rol in de moderne religiegeschiedenis van het westen. Deze module focust
op de receptie van antieke mythologieën in het kader van religieuze,
filosofische en politieke stromingen in de 19e en 20ste eeuw. Behandeld
worden onder meer: "Egyptomanie" binnen esoterische groepen van de 19e en
20ste eeuw (Hermetic Order of the Golden Dawn, R. Steiner en de
Antroposofie, New Age religie); Griekse mythologie in de filosofie rond
1900 (F. Nietzsche, E. Rohde); Gnosis in het intellectuele discours tot
1945 (kunst en literatuur: G. Meyrink, P. Wegener, Th. Mann, F. Pessoa;
analytische psychologie: C.G. Jung; existentialistische filosofie: M.
Heidegger en H. Jonas; Gnosis en mystiek: M. Buber, G. Scholem, H.
Corbin); politieke theologieën (C. Schmitt, S. George); de constructie van
een oude 'heidense' traditie binnen de moderne heksenbeweging (Wicca) en
het neopaganisme. Asia and Europe: A History of Religious and Cultural Interaction
This module addresses the
European discovery and reception of Eastern religious traditions and the
impact of Asian religions on the religious and cultural development in
Europe. Rather than describing “Europe” and “Asia” as two distinct
categories, the module focuses on the cross-fertilization and the mutually
constructed images that have characterized the history of these cultural
spaces since the ancient period. Topics to be discussed include the
presumed “Eastern” origin of Greek philosophical and religious ideas in
antiquity, the connection of Gnostic and ancient Hermetic texts with Asian
traditions, the increased contacts between Europe and Asia during the
Middle Ages and the Renaissance, the importance of Jesuit and travelers’
reports in the early modern period, the reception of Asian culture during
the Enlightenment, and the “Easternization of the West” in the modern
period.
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